Aufgaben der AeW



In Österreich wurde im September 1999 die Anlegerentschädigung („Anlegerentschädigung von Wertpapierfirmen GmbH“, FN 187473x), kurz „AeW“, gegründet. Sie ist die einzige in Österreich nach den verpflichtenden Bestimmungen des Wertpapieraufsichtsgesetzes (WAG) eingerichtete Haftungsgesellschaft.

Die AeW hat im Entschädigungsfall auf Verlangen eines Anlegers, wenn Höhe und Berechtigung der Forderung festgestellt wurden, höchstens EUR 20.000,- (pro Anleger) auszubezahlen. Die Auszahlung muss dann innerhalb von drei Monaten erfolgen, wobei sich diese Frist unter gewissen Voraussetzungen um weitere drei Monate verlängert.

Ein Entschädigungsfall kann nur eintreten, wenn über das Vermögen eines AeW-Mitgliedsunternehmens das Konkursverfahren eröffnet wird und dieses Unternehmen dadurch nicht mehr in der Lage ist, Anlegern Gelder zurückzuzahlen oder Finanzinstrumente zurückzugeben.

ACHTUNG: Österreichische Wertpapierfirmen dürfen niemals Schuldner ihrer Kunden sein und daher weder Kundengeld noch Finanzinstrumente von Kunden annehmen!

Beide oben genannten Tatbestände bedürfen der Bankkonzession und können bei korrektem Verhalten der Wertpapierfirma nicht eintreten. Daher ist ein Entschädigungsfall in der Regel nur bei Überschreitung der Konzession möglich.

Allfällige Kursverluste auf dem Depot des Kunden gehen, auch für den Fall eines Konkurses eines AeW- Mitgliedsunternehmens, zu Lasten des Anlegers.
Unterläuft einem Vermögensverwalter ein Fehler bei der Erbringung der Dienstleistung (beispielsweise fehlende Risikoaufklärung, Fehler in der Interessenswahrung, falsche Einstufung der Risikobereitschaft), so haftet hiefür der Vermögensverwalter selbst. Derartige Schäden stellen – selbst im Konkursfall eines Mitgliedunternehmens – keinen Entschädigungsfall dar.

Eine weitere Aufgabe der AeW besteht im Rahmen des Verfahrens zur Erteilung der Konzessionen gemäß § 3 Abs 2 Z 2 und 3 WAG. Die Finanzmarktaufsicht hat vor Erteilung solcher Konzessionen die AeW zu hören. Zu diesem Zweck übermittelt die AeW an alle bestehenden Wertpapierfirmen bestimmte Informationen über die antragstellende Gesellschaft. Die erhaltenen Rückmeldungen werden gesammelt und in einer Stellungnahme der AeW an die Finanzmarktaufsicht berücksichtigt.


(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken